...Tourtagebuch:
Retardierende Elemente
Ein Tourtagebuch zur Heimsuchung größerer bundesdeutscher Städte
durch die Musikkapellen DRAGSTER und SMOKE BLOW
Dienstag, 5. Juni
Bielefeld / Falkendom. (Das Wetter: windig. Die Frisur: sitzt.)
Moin zusammen!
Nu geht das los, und wie es sich für Dragster gehört, erstmal mit
Verspätung. War ja eh voll illusorisch - morgens früh um 11,
da lacht das Rock´n´Roll-Herz sich nen Infarkt.
Also von unterwegs in Bielefeld anrufen und was von Stau erzählen, klar.
Falkendom..., Kolja schildert uns den Laden in blumigen Farben und
erzählt so lange vom superaffengeilen Gig mit LUDE, letztes Jahr, booah,
ey, bis es jeder genau verstanden hat. Als wir ankommen, begrüßt uns als
erstes Schnalli, der unglaublich nette und ebenso unglaublich
unglaubliche Tourbegleiter von Smoke Blow. Nachdem er uns identifiziert hat,
folgt ein etwa zwanzigminütiger Kettensatz über sein Leben mit
Smoke Blow, das Roadiedasein im Allgemeinen, original James-Brown- und
Elvis-Vinyl im Besonderen, und eigentlich alles, was sonst noch so
passiert ist, seit unsere Urväter dieses Land einst besiedelten.
Thomas Mann wäre nicht nur blass geworden - er hätte nicht den Hauch einer
Chance gegen Schnallis erzählerische Wucht..
Der Konzertraum entpuppt sich schließlich als etwa halb so groß wie
in Koljas Heldenerinnerungen, soll aber heute abend trotzdem nicht
gerade brechend voll werden, ähem. Als local support eröffnen
Tres Cervezas mit recht konventionellem Grunge/Mainstreamrock, leicht
pathetischer Sänger, ganz gute Harpsoli. Deren ca. 30 Fans und Bekannte
halten von unserem Set etwa die Hälfte aus, danach steht noch eine
Handvoll Angesoffener vor der Bühne, Abgeordnete der örtlichen
Heavy-Szene. Wir spielen heute ziemlich nervöse Scheisse zusammen, oder,
wie Smoke Blow-Sänger Letten hinterher lachend meint:"Ihr macht´s den
Leuten aber wirklich nicht einfach, ihr verrückten Schweine!"
Danke, Letten, nett gesagt.
Dann kommt der Hammer: Ich sehe Smoke Blow zum ersten Mal live und
bin nach ein paar Takten bereits überglücklich - geiler Sound UND laut,
Lemmy meeting ST meeting Jello Biafra meeting Refused, oder so ähnlich.
Man wird ja noch etwas übertreiben dürfen, aber es kracht eben wirklich
ganz, ganz gewaltig. Geiler Gig vor trauriger Kulisse. Scheiss drauf.
Andi und Marcel übernachten anschließend mit Herrn Jägermeister im
VW-Bus, Kolja und unser Mixer Thilo beim Haus-Zivi und seiner Oma. Ich
hoffe auf ein Bett im Smoke-Blow-Hotel und werde prompt über Nacht zum
Rockstar: 3-Bett-Zimmer für mich alleine, Dusche, Fernseher, bin
saumüde, aber auch total überdreht, würde gern kiffen und saufen und
schlafe bei MTV ein, für 3 Stunden.
Mittwoch, 6. Juni
Hamburg / Hafenklang (Das Wetter: windig. Die Frisur: steht.)
Hamburch. Große, weite Welt. 1 Stunde planloses umherirren,
falsch abbiegen und wieder wenden ist natürlich Pflicht.
Dann, oh Freude, St. Pauli (endlich wieder aufgestiegen),
Fischmarkt, Hafenviertel, Hafenstraße, Hafenklang.
Man fühlt sich sofort wie zu Hause - oder sollte ich sagen: wie bei
****** zu Hause... Altes Gebäude, dunkel, total verdreckt, stinkt nach
Pisse und Schlimmerem, aber sehr nette Leute, die uns direkt vor
Unmengen von schäferhundgroßen Ratten warnen (Backstage: "Lasst euch
nicht beissen, Jungs, wenn ihr nachher eure Sachen da hinten
reinstellt!"). Klar, rundherum ist alles neu saniert, und eine
achtzigköpfige Rattenfamilie kann sich die aktuellen Mietpreise einfach
nicht leisten. Also wird eben ein Haus besetzt, auch wenn es schon besetzt ist.
Die Songs funktionieren heute richtig geil, der Laden ist schon
ordentlich gefüllt als wir loslegen, und dem Mob gefällts. "Oidää, kanns
du abä schreiin, äy!" Vielen Dank, hat Spaß gemacht. Smoke Blow haben
anschließend ein echtes Heimspiel, volle Dröhnung ohne Ende,
Oidää, ich sach diä das.
Pennen heute in der autonomen Bilderbuch-WG über dem Club.
Im 100qm-Küchenwohnschlafzimmer steht eine ziemlich verrostete,
umgebaute Triumph, mit Starrahmen, Hasslatte und meterweit
vorverlegten Fußrasten, Sitzhöhe wie auf dem Klo. Ich will nie wieder weg.
Müssen wir leider trotzdem - aber natürlich nicht, ohne Marcel ein
Fischbrötchen zu kaufen und einmal schnell die Reeperbahn runterflanieren.
Der Spruch des Tages kommt auch schon nach 10 Metern.
Das perfekte Klischee eines Kiez-Türstehers wankt händereibend auf uns zu,
mit den Worten:" Tja, Jungs. Ich würd ma sagen, ihr seid endlich angekommen."
Anschließend weigert sich Marcel, die Stadt ohne eine Portion Labskaus,
oder bittebitte wenigstens ein Fischbrötchen zu verlassen. Ich glaube,
er möchte jetzt gern zur See fahren.
Donnerstag, 7. Juni
Ibbenbüren / Scheune (Das Wetter: regnerisch Die Frisur: fällt um.)
Fällt kurzerhand aus & wir fahrn nach Haus. Haha. Der Veranstalter ruft
einen Tag vorher in Hamburg an, um mitzuteilen, dass er irgendwie gar
keine Werbung gemacht hätte, für den Abend kein Personal da wäre und er
auch keine Gage zahlen könne. Wir dürften aber gern umsonst spielen...
***
Auf der Rückfahrt ist Marcel dann ziemlich lange schlecht, von dem
Fischbrötchen nämlich, und außerdem überholt uns ein Sattelschlepper mit
etwa 90 Sachen auf der rechten Spur, und zwar im dichtesten Stop&Go-Verkehr.
Dabei fährt er uns den Außenspiegel ab.
Fr./Sa., 8./9. Juni
Rostock / Mau - Erfurt / Woodstock
(Ab heute lassen wir das mit den Haaren,
wer will den sowas wissen, Himmelherrgottnochmal!
Ziehen Smoke Blow allein durch, für uns war so kurzfristig kein Platz
mehr im Programm. Soll aber gut gelaufen sein, abgesehen davon, dass auf
dem Weg nach Erfurt schon auf der Autobahn Scheissglatzen patroullieren
und sinnentleert wild um sich grüßen. Wen auch immer. Auf dem Festival
dann allerdings "Nuuur Hippies, Oidää!" (Letten). Und wir sitzen zu
Hause, Socken waschen, Badewanne, Pizzanotdienst anrufen, vorm Fernseher
einschlafen.
***
Sonntag, 10. Juni
Wiesbaden / Schlachthof
Das Gelände um den Schlachthof ist definitiv schon die Anreise wert:
Tausende (!) von Quadratmetern fürchterlich geiler Graffitties, dagegen
stinken alle Ruhrpott-S-Bahnen jämmerlich ab, dagegen ist die Hall of
Fame in Köln ein schlecht platzierter Eddingfurz an der Tür eines
Autobahnklos. Naja, o.k., sagen wir eine gut gemeinte Kinderzeichnung.
(Peace, Kölle, und Yo! Mann! undsoweiter. Vielleicht spielen wir ja doch
noch mal bei euch.)
Amulet - Hardcore aus Oslo - sollen heute den Anfang machen. Haben
aber am Tag vorher, bei einer Turbonegro-Tribute-Show in HH wohl etwas
schwer gefeiert... Kommen jedenfalls über 4 Stunden zu spät, machen dann
Soundcheck bis kurz nach 21.00 und sind tolle Rockstars. Der echte Punk
kommt eben aus 5.000-Marks-Mesa Boogie-Amps, auch wenn sich eine Stunde
später bereits niemand mehr an irgendeinen Song oder Refrain erinnern kann
(In Wirklichkeit bin ich natürlich nur neidisch und will auch sowas...)
Nun denn, was aus Skandinavien kommt, muss wohl irgendwie cool
(meint hier: kalt) sein. Allerdings sollte ein Bad-Brains-Cover
eigentlich kein spontanes "Ach du Scheisse!" hervorrufen, oder?
Das Wiesbadener Publikum ist von unserer großartigen Musik leider
etwas überfordert und teilt sich mal wieder in 1/4 Aufgegeilte und 3/4
Verwirrte. Damit haben Smoke Blow absolut kein Problem, wegen ihrem
"Stonerpunk" kommen die Leute ja auch. Eine sichere Bank nennt man so
etwas.
Montag, 11. Juni
Stuttgart / Die Röhre
Die Röhre - zweifellos ein geiler Laden, nur leider eine Nummer zu groß.
Besonders Montag abends... Vielleicht 50 zahlende Gäste in einer
Location, die locker das Zehnfache fassen könnte. Riesenbühne, toller
Sound, tolles Licht, X-tra Bühnenmischer usw. Sah von oben ziemlich
traurig aus, hat aber trotzdem recht viel Freude bereitet (Sieht man
davon ab, dass Kolja große Bühnen hasst!). Scheiss drauf, mal wieder.
Das Limelight wäre für Stuttgart wohl die eindeutig bessere Wahl gewesen.
Kleiner, feiner Club unter nem Sexshop, in dem wir an Karfreitag,
dem 13.(sic!) auf die Kacke gehauen haben. Michael, der Chef
des Limelight, war auch tatsächlich zugegen, um uns netterweise sofort
und ohne, dass wir ihn irgendwie erpressen mussten, Schlafplätze und
Frühstück anzubieten. Stuttgarts barmherziger Punksamariter, sozusagen.
Obendrein gabs dann bis zum Morgengrauen Anekdötchen aus der örtlichen
Punkrock-Geschichte sowie unzählige gute Plattentips. (Unvergessen: Die
Sumpfpäpste, Michaels Band Anfang 90er. Sehr schön.)
Dienstag, 12. Juni
Saarbrücken / Hellmut
"Ey, Jungs, also...wenn die Kids hier auf der Straße euch anmachen
sollten - auf keinen Fall zurück pöbeln. Die sind derb drauf. Letzten
Monat ist bei nem Konzert wieder einer ins Krankenhaus , musste viermal
operiert werden." So die Begrüßungsworte des Hellmut-Barkeepers Bommi.
Aha. Reizend, die Kleinen. Wir sind ja nur zu Gast hier und tragen also
unsere Klamotten ohne dumme Sprüche an einem Dutzend 13 - 17jähriger
Homeboyz & Grrrlz vorbei. Alles voll Peace, ey, und Respect, massafaggaz!
Einer zeigt Kentucky noch, dass er ein Messer hat, und dann
sind alle total cool und zufrieden.
Ein paar Stunden später dann ein supergeiler Gig, vor einem
supergeilen Publikum. Smoke Blow haben sich hier in der Vergangenheit
viele Freunde gemacht. Und die lieben uns offenbar auch. Ich versuche
heute äußerst erfolgreich, meine Stimmbänder zu ruinieren und schlage im
Taumel des Gefechts zwei Leuten im Publikum ziemlich derb die Kopfplatte
meiner Gitarre vors Schienbein. Hat bestimmt ziemlich weh getan.
Tschuldigung.
Unsere Kieler Freunde hauen danach wirklich alle noch intakten
Trommelfelle ein, und mein Favorit für diesen Abend heißt mal wieder "Mexico".
Am nächsten Morgen, so 12.00 Uhr, laden wir gerade die Amps und Boxen
in dem Bus, da lehnt sich auf der anderen Straßenseite ein offenbar noch
recht unausgeschlafener, unrasierter Herr im klassischen Feinripp aus
dem Fenster und schreit, dass er "gleich mal da runter" käme, und dann
"gäbe es harte Bandagen". Und dann würde er "die Bullen rufen". Klingt
nach einer logischen Reihenfolge. Wir beschließen dennoch, uns dieses
Schauspiel entgehen zu lassen, da der Mann augenscheinlich uns gemeint hat.
And it´s a long, long way to Kassel, Babe.
Mittwoch, 13. Juni
Kassel / Spot
Der nächste Ritt geht also in West-Ost-Richtung und dauert ganz schön.
Von der Provinz in die Provinz, unter Umgehung jeder metropolitanen
Zivilisation... Wir sehen stundenlang abwechselnd Wald und Waldstreben,
und irgendwie sind wir dann plötzlich da. Das "Spot" ist eines jener
heimeligen Backsteinkültürzentren inmitten von McDoof, Autostrich und
Gebrauchtwagenhändlern. Schönes Ambiente, alles relativ groß, im Hinterhof
wird netterweise gegrillt. Das nenn ich Catering.
Der Auftritt ist mir nur noch vage in Erinnerung, da ich im Verlauf
der üblichen Slow-Devotion-Schreiorgie leider stehend k.o. gehe, so
kreislaufmäßig, und danach einen leichten Blackout habe. Naja, denk ich
mir, bisschen Schwund is ja immer. Und früher hat man sich alles
mögliche für teuer Geld gekauft, um sich so zu fühlen. Was uns
thematisch zum nächsten Punkt unserer kleinen Odyssee führt:
In die Südstaaten.
Donnerstag, 14. Juni
München/Feierwerk
Unser allerliebster Mixer, Thilo S. aus B., hat seit dem Aufstehen schon
Bullenparanoia, weil wir jetzt zu den Bayern fahren. Es geht ihm auch
erst wieder merklich besser, als wir den Freistaat am nächsten Tag
verlassen. Muss wohl ein Kindheitstrauma oder sowas sein, tss tss...
Den Menschen im Reich von Kaiser Franz und Superalptraumman (Stoiber)
kleben ja nun wirklich die Vorurteile am Arsch wie meinem Sohn die
Scheisse. Können wir aber so nicht bestätigen - außer natürlich die
Sache mit der Sprache, da ist wohl nix zu machen. Wir haben nämlich kaum
Eingeborene zu Gesicht bekommen. Die waren nämlich alle im Olympiastadion.
Nein, nein, nicht etwa sportverletzte Jungmillonäre gucken,
sondern vielmehr lebergeschädigte, arschtretende alte Säcke anhören
...AC/DC sind in der Stadt, und folglich beschränkt sich die
Publikumsstruktur im Feierwerk auf Die-Hard-Smokeblow-Fans und
Mitschüler der dritten Band des Abends. An deren Namen kann ich mich
leider nicht mehr erinnern, nennen wir sie daher einfach Körnchen.
Poasst schoo. Ach ja, und unser Gig war der schlechteste in der
Geschichte der Rockmusik, würd ich mal so sagen.
By the way: Hey, Typ mit der blauen Sonnenbrille... Warst Du
eigentlich vom Feierwerk oder nur einer dieser dummschwätzigen
Idiotenschnorrer, die immer den Bands backsage das Bier wegtrinken?
Derart affektierte Schwachköpfe sieht man sonst doch eigentlich nur auf
der Kö in Düsseldorf. Tschau, tschau. Du uns auch.
Freitag, 15. Juni
Leipzig/Werk II
Großes, großes Tennis der Bookingagentur: An diesem Wochenende feiert
das Coney Island, DER Club für Leute wie uns in Laipzisch, 10-jähriges
Bestehen... same procedure as yesterday, James.
Dümmer geht’s wirklich nümmer.Dennoch wollten die Veranstalter wohl
lieber klotzen statt zu kleckern - das Werk II bietet uns also eine
etwa 12 Meter hohe Halle, in die locker so um die tausend Leute
reinpassen müssten. Haha. Die nach vorn gerückte Riesenbühne
verkleinert das Ganze zwar auf die Hälfte, was aber nichts daran ändert,
dass dieser Laden viel, viel zu verdammt riesengroß ist.
Auch die Rechnung aus dem Smoke Blow/Dragster-Package
ein "1. Leipziger Alternative-Rockfestival" mit vier weiteren,
einheimischen Bands zu zaubern, ging leider ziemlich n die Hose.
Zumal nur eine der anderen Bands tatsächlich aus der Stadt war.
Und dabei handelte es sich um eine Art Schülercombo, deren Musik mir
nicht mehr präsent ist, die aber bestimmt super war.
Als die erste Band gegen 20.00 loslegt, machen wir uns gerade ab,
Richtung "Hotel", und beim Hinausgehen zähle ich acht(!)
zahlende Gäste in der Arena.
Mein Gott, was hast Du getan - so in letzter Zeit? (Woody Allen)
Im "Hotel" gibt’s dann bettähnliche Liegen und Fernseher. Also Rauchen,
Trinken, MTV glotzen und ablästern. (Später, zum Frühstück, bekommt jeder
zwei ganze, mit etwas Marmelade bekratzte Brötchenhälften und es gibt
Kaffee für alle. Zwei Thermoskannen für zwölf Personen. Donnerwetter.)
Gegen 23.00 dürfen wir dann endlich - und, Teufel, Teufel, mindestens
80 Zuschauer verlaufen sich mittlerweile in der Halle. Wir spielen denn
auch exklusiv für diese verlorenen Seelen einen guten Gig. Unsere 5
Freunde aus Norddeutschland brettern danach wie gewohnt los und lassen sich noch zu einer delikaten Showeinlage hinreißen, die hier nicht
unerwähnt bleiben soll: Letten das Lama legt seinen Kopf weit zurück und
- ich glauge, es war bei "Bottle of Kerosene" - rotzt alles, was er so
im Rachen mit sich führt, meterweit nach oben, fängt die gallertartige
Masse kunstfertig mit einer Hand wieder auf, geht zum eifrig
headbangenden Bassisten Burn Hellhammer, und bietet ihm diese
Köstlichkeit zum Diner an. Vom Mischpult aus wirkte das Ganze eigentlich
wie ein kleiner Matjeshering, den Letten mit zwei Fingern irgend einem
wilden Tier vor die Nase hält.
Freunde, was soll ich sagen, der Pavlovsche Reflex beim guten alten
Hellhammer funktionierte einwandfrei. Auch wenn er sofort nach dem
Auftritt das Essen der ganzen Woche wieder rauskotzte. Alles in allem,
schwer zu toppen, soviel Einsatz für die gute Sache
called Rock and Roll.
Samstag, 16. Juni
Hannover/Glocksee
Das Cafe Glocksee empfängt uns überaus freundlich, mit gepflegter
Antifa-Atmosphäre, leckerem Chili con Carne und einer schönen, hohen
Bühne, nicht zu groß, nicht zu klein. Scheisse nur, dass es in dem Laden
keinen Aufzug gibt. So sind zunächst mal um die sechs Höhenmeter über eine Außentreppe zu bewältigen. Schleppen, schleppen und dann wieder
schleppen. Eigentlich ist es das, was Musiker auf einer Tour so machen -
fahren und schleppen, fällt mir da auf. Komisch, macht trotzdem Spaß.
Das ganze wäre wohl sogar ein rundherum geiler Auftritt gewesen, wenn
sich nur die Hannoveraner ein wenig mehr für uns interessiert hätten...
sind ja genug von da. Nur leider ganz borchertmäßig draußen vor der Tür
oder im Biergarten oder in der dem Club vorgeschalteten Kneipe.
Tja, das harte Los der "unbekannten Vorgruppe". Um die 100 Menschen
lümmeln sich aber dennoch im Halbschatten von Theke und Tanzfläche rum und
applaudieren auch sehr anständig, muss mal gesagt werden.
Besten Dank also, liebe Ex-Expostadt.
Ach ja, beim letzten Song (klar, Slow Devotion...) krieg ich wieder meine weggetretene Minute. Muss doch noch mal den Background-Gesang überdenken...
Smoke Blow räumen heute sowas von total und dermaßen ab (vor mittelerweile knallvollem Haus), dass selbst die ansonsten gesund wirkenden PA-Boxen
nicht genau zu wissen scheinen, ob sich ein Weiterleben noch großartig lohnt.
Eine so ziemlich perfekte Punkrock´n´Roll-Show.
Besten Dank nach Kiel, nochmals. Für die Einladung zur Tour,
für offene Arme und Trommelfelle, euren verfickten Heringshumor,
geliehene Orange-Box, geliehene Pornohefte, und last but not least,
für das schöne viele Spritgeld!
Extrabesten Dank an Drummer Fabrizio, für den Kauf eines
Original-DRAGSTER-Shirts.
Lang lebe die Rückkopplung!
(Große Verbeugung, alle ab dafür, Vorhang fällt. Unschüssdann, assklaa.)
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